PocketBook Ultra im Test

Mut zur Farbe und neuen Ideen – der PocketBook Ultra

PocketBook will es erneut wissen und schickt mit dem Ultra ein kompaktes und gut ausgestattetes Modell ins Rennen, das der Konkurrenz das Fürchten lehren soll. Nicht nur die grün-blaue Farbgebung hebt sich von den tristen Wettbewerbskollegen ab, sondern auch die Ausstattung. Egal ob Kamera, MP3-Funktion oder Scannfunktion, PocketBook will mit dem Ultra den Markt gehörig durcheinanderwirbeln. Doch macht dies auch der Preis von rund 160 Euro, für den der Hersteller nicht nur eine gute Ausstattung bieten muss.

Nicht nur handlich, sondern auch stylish

PocketBook Ultra in der Verpackung.Schaut man sich den aktuellen Markt an, sieht man nur schwarze oder braune eReader, die sich kaum voneinander abheben. PocketBook wirbelt diesen tristen Markt mit dem Ultra etwas auf und bringt ein hübsches und stylisches Gerät, das in einem grün-bläulichen Ton schimmert und dadurch sehr edel wirkt. Natürlich scheiden sich bei der Farbe die Geister, doch unserer Redaktion gefiel der Mut zur Farbe sehr. Aber nicht nur die Farbe kann sich sehen lassen, sondern auch die Verarbeitung. Der obere Bereich des PocketBook Ultra wirkt wie aus einem Guss. Es sind keinerlei Spaltmaße oder Kanten erkennbar. Erst ab dem zweiten Drittel taucht ein erkennbares Spaltmaß auf, das das Display von der Bedienoberfläche abgrenzt. Neu sind auch die beiden Knöpfe auf der linken und rechten Seite, mit denen man blättern kann. Besser wäre es gewesen, den linken Knopf zum Zurückblättern und den rechten Knopf zum Vorblättern zu verwenden, doch beide Buttons dienen nur dem Vorspringen. Zudem ist die Verarbeitung der beiden Knöpfe nicht ganz ausgreift, sodass beide wenige Millimeter Spiel haben. Beim ersten Anschauen, dachten wir, dass sich darunter die jeweiligen Anschlüsse für das Ladekabel oder ein AUX-Kabel befinden. Hier hätte der Hersteller etwas stabilere Buttons unterbringen können.

Im Test mit Schneckentempo von einer Anwendung zur nächsten

Zwar verfügt der PocketBook Ultra über einen 1GHz schnellen Prozessor sowie 512 Megabyte Arbeitsspeicher, dennoch zeigt er nicht, was in ihm steckt. Nach dem Tippen auf eine Anwendung oder einen Menüpunkt benötigt der kleine eReader nicht nur eine, sondern gleich viele Bedenk-Sekunden, bis er sich dazu entschließt, die Anwendung zu öffnen. Die längste Ladezeit, die er erreichte, waren fast 10 Sekunden, was für das Öffnen einer App viel zu lang ist. Das Blättern zwischen den Seiten eines eBooks ist hingegen wesentlich schneller und angenehmer. Der kleine eReader zeigt kaum Ghosting-Effekte und springt schnell von einer Seite zur nächsten. Dabei reicht ein kurzes Tippen auf den Bildschirm aus. Die Knöpfe an den Seiten eignen sich kaum zum Blättern, da sie selbst für kleine Hände sehr schwer erreichbar sind.

Unglaublich viel Ausstattung mit eingeschränkter Funktionalität

PocketBook Ultra in der Frontansicht.Der Hersteller wollte mit dem Ultra einen eReader auf den Markt bringen, der nahezu alles beherrschen soll. Zugegeben, die Ausstattung kann sich sehen lassen, jedoch machen die ganzen kleinen Funktionen nicht gerade die beste Figur. Ausgestattet mit einer Kamera, soll der Ultra Erinnerungsfotos schießen und auch direkt auf dem Gerät abspeichern. Fotos macht er, aber diese in keiner guten Qualität. Die Vorschau der Kamera zeigt eine Art Bleistift-Strich, wodurch man vor dem Fotografieren nur die Umrisse verschiedener Gegenstände erkennen kann. Erst nach dem Auslösen erscheint das fertige Foto, das aufgrund des Schwarz-Weiß-Displays nicht gut erkennbar ist. Für schlechte Lichtverhältnisse steht ein LED-Blitz zur Verfügung, der das Motiv etwas besser ausleuchten soll. Im Test brachte aber auch der LED-Blitz keine Qualitätssteigerung des Bildmaterials. Kurz zusammengefasst, jedes Smartphone macht bessere Bilder. Etwas besser funktioniert hingegen die Scan-Funktion, über die man Bar- sowie QR-Codes lesen kann. Eine gute Figur in unserem PocketBook Ultra Test macht das Display mit der neuer E-Ink Carta Technologie und einer hohen Auflösung von 1024x758 Pixel. Die Schärfe der Schrift auf dem eReader ist hervorragend und auch nach längerem Lesen fangen die Augen nicht an zu tränen. Wer gerne im Dunkeln liest, der freut sich über die LED-Frontbeleuchtung des kleinen PocketBook Ultra. Um die Ausstattung abzurunden, bestückt der Hersteller den eReader noch mit einem WLAN-Modul für den kabellosen Internetzugang. Darüber lassen sich nicht nur Social Media Apps nutzen, sondern auch Browser und der herstellereigene Store für eBooks.

Fazit

PocketBook Ultra in der Seitenansicht.Zahlreiche Hersteller wollen immer mehr und statten ihre Geräte mit immer mehr Technik aus. Doch dabei vergessen sie oftmals die Grundfunktionen der eReader. Die Konkurrenten Tolino und Kindle gehen mit ihren Geräten den richtigen Weg und optimieren die kleinen Lesewunder in Sachen Display, Gewicht und Schnelligkeit. PocketBook packt stattdessen viele Funktionen und technische Spielereien in das kleine Gehäuse und verkauft es daher zu einem viel zu hohen Preis. Unter den ganzen Funktionen leiden nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Haupteigenschaften. Um auf ganzer Linie zu überzeugen, müsste für den Preis von 160 Euro das Display viel schärfer, das Gehäuse hochwertiger und die Geschwindigkeit wesentlich besser sein. Irgendwie können wir bei diesem Preis nur wenige positive Aspekte finden, da der kleine PocketBook Ultra viel beherrschen will, aber leider nur bei vereinzelten Kriterien überzeugt. Eine Preissenkung wäre hier von Nöten, um die Gesamtpunktzahl zu verbessen. Stattdessen reicht es nur für ein Befriedigend.

Weitere Detailinformationen:

PocketBook Ultra im Detail
PocketBook Ultra bestellen

Kategorie: Testbericht, PocketBook, Ultra
Datum: 02.09.2014
Auszeichnungen
Information

Um unsere Auszeichnung in Ihrer Seite anzuzeigen, binden Sie bitte den folgenden Quellcode ein.

Lizenzfreigabe Sie haben die Freigabe die Auszeichnung (Bild) von unserem Server abzurufen oder auch auf Ihrem Server bzw. in Ihrer Website zu speichern. Die Linkangabe im Quellcode ist Pflicht.