PocketBook Aqua im Test

PocketBook Aqua – das Seepferdchen unter den eBook Readern

Bereits im Smartphone-Bereich springen immer mehr Hersteller auf den Zug auf und entwickeln ihre Geräte für sportbegeisterte und aktive Menschen. Neben einem sturzsicheren Gehäuse sind die neuen Geräte meist auch noch wasser- und staubdicht. PocketBook springt mit dem Aqua auf diesen Zug auf und entwickelt ein massives, aber leichtes Gerät, das Wasser und Staub zuverlässig abhalten soll. Ob die Verarbeitung darunter leidet und wie sich das Gerät im Alltagstest schlägt, zeigen wir im Test.

Massiv und wertig, dafür auch störrisch

Der PocketBook Aqua in der Orginalverpackung.Wie der Name schon sagt, soll der Aqua vom Hersteller PocketBook wasser- und staubdicht sein, was beim ersten Blick auf die Verarbeitung des Gerätes auch sehr stark auffällt. Das Gehäuse ist hervorragend gebaut und weist keinerlei Spaltmaße oder Grade an den Ecken und Kanten auf. Das gesamte Gehäuse wirkt wie aus einem Guss und bildet zusammen mit dem Display eine hervorragende Einheit. Auch das verwendete Material fühlt sich hochwertig und angenehm an, so dass der Aqua auch nach mehreren Stunden Lesevergnügen noch angenehm in der Hand liegt. Möglich macht dies das spezielle SoftTouch-Material auf der Rückseite, das sich wie eine dünne Gummischicht anfühlt und den eReader dadurch sehr griffig macht. Leider geht das massive und dichte Design zu Lasten der Knöpfe und Buttons. Der Powerknopf befindet sich an der unteren Seite des Gehäuses und lässt sich nur mit viel Mühe und einem schmerzenden Daumen betätigen. Wer weiche und zarte Finger hat, der wird keine Möglichkeit haben, den Powerknopf ohne ein Hilfsmittel zu bedienen. Auch das Bedienpanel darüber, das zum Weiterblättern der Seiten und für Zusatzfunktionen bereit steht, ist störrisch und nur schwer zu betätigen. Man benötigt reichlich Kraft in den Fingern, um das Panel einwandfrei bedienen zu können.

Technische Standardkost mit guter Ausstattung

Der wasser- und staubdicht Aqua in der Detailansicht.Betrachtet man die technische Ausstattung, findet man den gleichen Prozessor wie bei vielen anderen Modellen wieder. Mit 1 GHz Taktung rechnet das Herz des eReaders ausreichend schnell für die wichtigsten Anwendungen. Leider verbaute der Hersteller jedoch nur 256 Megabyte Arbeitsspeicher, was während der Arbeit mit dem Aqua deutlich auffällt. Die Ladezeiten für Programme und Apps sind deutlich zu lang und auch das Blättern durch ein Buch funktioniert nur sehr träge. Nach dem Tippen auf den Bildschirm, um eine Seite nach vorn zu springen, benötigt der kleine, wasserdichte eReader mehr als 1 Sekunde, was beim Lesen schnell sehr nervig werden kann. Das Wechseln der Seiten geht zudem mit einem sichtbaren Ghosting-Effekt vonstatten. Leider geht nicht nur die Bedienung zu Lasten des wasserdichten Gehäuses, sondern auch der Speicher. Wie viele andere Geräte verfügt der PocketBook Aqua über 4 Gigabyte internen Speicher. Anders als bei der Konkurrenz lässt sich der Speicher allerdings nicht erweitern. Ein weiterer Slot für MicroSD-Karten würde zu anfällig für Wasser und Staub sein. Daher verzichtet PocketBook hierbei gänzlich auf einen Speicherkarten-Slot. Da zahlreiche Apps und das Betriebssystem bereits auf dem Speicher installiert sind, beträgt der restliche verfügbare Speicher lediglich 2,8 Gigabyte. Damit lassen sich zwar einige hundert Bücher auf dem Aqua hinterlegen, doch schränkt dies die Funktionsqualität des eReaders massiv ein.

Durchschnittliches Display ohne LED-Beleuchtung

Die Anschlüsse und der Powerknopf des Aqua Readers.Bei einem eReader dieser Preisklasse hofft man, wenn schon die technische Leistung nicht überzeugt, auf ein hervorragendes und perfektes Display. Doch auch hier enttäuscht der Aqua auf ganzer Linie. Die Auflösung des E-Ink Pearl Display beträgt lediglich 800 x 600 Pixel, wodurch kein hoher Schärfegrad des 6-Zoll Displays erreicht wird. Noch viel schlimmer empfinden wir die Tatsache, dass das Display keinerlei Beleuchtung aufweist. Bereits die Bedienung in dunklen Räumen stellte sich als anstrengend und schwierig dar. Auch die Berührungsempfindlichkeit des Bildschirms ist nur für Grobmotoriker geeignet, da das Gerät bei einer sanften Bedienung nicht reagiert. Erst ein bestimmendes Drücken auf die jeweilige Applikation verhilft zum Erfolg.

Typisch gute Ausstattung für PocketBooks

Bei so viel Kritik müssen wir aber auch zugeben, dass die Ausstattung des kleinen Aqua an die der Konkurrenz heranreicht. Nicht nur, dass zahlreiche Dateiformate unterstützt werden, auch die vorinstallierten Applikationen wie ein Browser oder ein Schachspiel verhelfen dem Aqua zu einer leicht besseren Positionierung im Testfeld. Leider muss man aber auch sagen, dass Apps wie der Browser bei dem verwendeten Display keinerlei Mehrwert für den eReader bieten, da die Bedienung dafür einfach zu schwerfällig und unangenehm ist. Wem der interne Speicher nicht ausreicht, der hat bei einer aktiven WLAN-Verbindung zudem noch die Chance, die DropBox zu nutzen, die auf dem Aqua ebenfalls vorinstalliert ist.

Fazit

Egal welches PocketBook wir bisher in den Händen hielten, alle wollten sie viel, doch erreichten leider nur wenig. Zugegeben, die Outdoor-Fähigkeiten des Aqua sind eine willkommene Eigenschaft für aktive Leseratten, die gerne in ferne Länder reisen oder viel auf Wanderschaft sind. Doch leider schränkt die hochwertige Verarbeitung auch stark die Bedienung des PocketBook Aqua ein. Die Knöpfe sind viel zu steif und unangenehm bedienbar, das Display ist nicht beleuchtet und zu unempfindlich gegenüber Eingaben und die fehlende Möglichkeit, den Speicher aufzurüsten, disqualifiziert den Aqua auf ganzer Linie. Wie schon beim PocketBook Ultra können wir auch hier keine klare Kaufempfehlung geben, bzw. ihn nur eingeschränkt weiterempfehlen. Wer viel in der Wüste oder im Regenwald umherreist, der kann natürlich zugreifen. Wer einen guten eReader für unterwegs sucht, der einfach nur funktionieren soll, sollte sich die Tolino- oder Kindle-Modelle näher anschauen.

Weitere Detailinformationen:

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Kategorie: Testbericht, PocketBook, Aqua
Datum: 03.09.2014
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