Paperwhite gegen Voyage – Welchen Kindle eBook Reader soll man kaufen?

Der direkte Vergleich der Kindle eBook Reader

Mit dem neuen Kindle Paperwhite bringt Amazon die mittlerweile dritte Version des eBook Readers auf den Markt und hat zumindest rein äußerlich nicht viel verändert. Dafür wurde jedoch die Software überarbeitet und das Display bekam ebenfalls ein Upgrade. Es besitzt nun dieselbe Auflösung wie der Kindle Voyage, der preislich merklich über dem neuen Paperwhite liegt. Außerdem besitzt das neue Amazon-Gerät eine vollkommen neue Schriftart und einige Komfort-Funktionen, die im Voyage nicht zu finden sind. Wir haben die beiden Geräte miteinander verglichen und verraten euch in unserem Test, welches Gerät sich zu kaufen lohnt.

Eine gute Verarbeitung und eine schicke Optik

Links ist der Kindle Voyage und rechts Kindle Paperwhite abgebildet.Die optische Komponente ist relativ schwer zu vergleichen, denn Geschmäcker sind verschieden. Trotzdem gefällt uns der Kindle Voyage einen Tick besser, was vor allem daran liegt, dass er nicht so anfällig für Fingerabdrücke auf der Rückseite ist. Der An-/Ausschalter ist beim neuen Paperwhite relativ klein geraten und an der Unterseite angebracht, während beim Voyage die entsprechende Taste wesentlich größer und bedienungsfreundlicher auf der Rückseite zu finden ist. Der Voyage besitzt zusätzlich zwei Sensortasten, die zum Umblättern dienen, während der Paperwhite nichts dergleichen bieten kann. Die Gehäuse unterscheiden sich kaum, der Voyage ist einen Tick kürzer und besitzt ein dunkleres Schwarz, doch spielen in diesem Bereich die eigenen Vorlieben eine große Rolle. Das Display ist ebenfalls sechs Zoll (15cm) groß und beide agieren bei 300 ppi. Technisch hält sich der Hersteller mit genauen Angaben bei beiden Geräten zurück, doch soll der Akku je nach Leseverhalten sechs bis acht Wochen halten und auch der interne Speicherplatz wird nicht genau definiert.

Lesen in hellen und dunklen Räumen dank Hintergrundbeleuchtung

Dank hochauflösendem Display haben beide Kindle eBook Reader ein sehr scharfes Schriftbild.Ein klares Plus, das Amazon mit dem ersten Modell des Kindle Paperwhite einführte und seitdem weiterhin fortgesetzt hat, ist die Hintergrundbeleuchtung. Mit diesem System kann der eReader auch bei hellem Sonnenschein oder in dunklen Räumen eingesetzt werden. Zusätzliches Licht ist nicht vonnöten und zu viel Sonnenlicht ist ebenfalls kein Problem. Die Beleuchtung hilft dabei ein möglichst realistisches Leseerlebnis zu schaffen, denn bei Tageslicht reicht bereits eine mittlere Intensität aus, um ein deutlich helleres Weiß zu bekommen – genau wie bei Papier. So vergisst man sehr schnell, dass der Bildschirm überhaupt beleuchtet ist. Dank des 300 ppi Displays ist die Ähnlichkeit zu den gedruckten Büchern sehr groß und beide eBook Reader überzeugen mit einer hervorragenden Qualität. Die Beleuchtung kann manuell eingestellt werden, indem man eine der 24 Helligkeitsstufen auswählt, die sich selbst für extrem helle und dunkle Orte eignen. Der Punkt für die Hintergrundbeleuchtung geht allerdings an den Voyage, da dieser einen zusätzlichen Sensor besitzt, der die Helligkeit automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst und dadurch den Lesern ein wenig Arbeit abnimmt. Das ist besonders hilfreich, wenn sich zum Beispiel kurzzeitig Wolken vor die Sonne schieben.

Neue Schriftart gleich besseres Schriftbild?

Der Kindle Voyage ist kleiner, schmaler und leichter als der Kindle Paperwhite.Die Software der dritten Version des Kindle Paperwhite wurde einem recht großen Update unterzogen. So gibt es unter anderem eine neue Schriftart, die ein wenig runder ist und dadurch das Leseerlebnis verbessern soll. Dank neuer Silbentrennung und besseren Absätzen sollen zudem größere Lücken vermieden werden, was ebenfalls den Lesefluss steigert. All das besitzt der Voyage nicht, weshalb dieser Punkt an den Paperwhite geht. Zwar besitzen beide ein 300 ppi Display, doch schaut man genau hin, dann lassen sich einige Unterschiede feststellen. Auf der einen Seite bietet der Voyage ein etwas satteres Schwarz bei den Buchstaben, auf der anderen Seite wirken die Buchstaben auch etwas klarer. Der Grund dafür liegt ganz einfach am verwendeten Material des Displays, denn der Paperwhite muss sich mit mattem Kunststoff begnügen, der zwar Spiegelungen verhindert, allerdings nicht ganz so hochwertig wie das matte Glas des Voyages ist. Diese Unterschiede mögen zwar nur Nuancen sein, doch letztendlich besitzt der Voyage einfach das bessere Bild.

Verständlich und kinderleicht – die Bedienung der eBook Reader

Etwas, das Amazon wirklich ordentlich umgesetzt hat, ist die intuitive Steuerung der verschiedenen Modelle. Das beginnt mit den selbsterklärenden Symbolen auf dem Bildschirm, die einfach per Druck auf den Touchscreen ausgelöst werden. Auch die vielen Service-Funktionen, wie zum Beispiel das Erstellen von Notizen oder das Nachschlagen von Wörtern im Wörterbuch oder einer Online-Enzyklopädie ist kinderleicht. Beide Geräte können mit einer guten Software überzeugen und natürlich ist der Amazon-Shop einfach in der Bedienung und mit vielen verschiedenen Büchern gefüllt. Der einzige Vorteil des Kindle Voyages in der Bedienung sind die bereits erwähnten Sensortasten an der Front, die zum Blättern gedacht sind. Sie sorgen vor allem dafür, dass man eine sehr angenehme Lesehaltung einnehmen kann, da die Daumen genau wie bei gedruckten Büchern am Rand liegen können und man nicht ständig den Touchscreen berühren muss.

Abhängig davon, ob man die WLAN-Version oder die UMTS-Version nutzt, muss man sich zu Hause oder unterwegs in ein WLAN-Netz einwählen. Mit der UMTS-Version darf man auch unterwegs zusätzlich die mobilen Netze nutzen und kann dann dank Datenflatrate ohne zusätzliche Kosten im Internet surfen. Dazu muss man allerdings auf den eigenen, vorinstallierten Browser zurückgreifen. Zwar unterscheiden sich die beiden Geräte in diesem Punkt nicht in der Nutzung oder der Technik, doch ist der Preis sehr unterschiedlich: Der neue Paperwhite kostet in der günstigsten Variante 120 Euro, allerdings muss man dann mit störenden Werbeeinblendungen rechnen. Möchte man diese nicht haben, muss man weitere 20 Euro zahlen, die UMTS-Version kostet 180 Euro, auch hier zahlt man 20 Euro, wenn man keine Werbung möchte. Der Kindle Voyage ist merklich teurer, denn hier zahlt man für die einfache WLAN-Variante 190 Euro, während die UMTS-Version sogar 250 Euro kostet – allerdings sind beide Versionen ohne Werbeeinblendung zu genießen.

Das Fazit des eBook Reader Vergleichs

Es ist nicht wirklich leicht, einen tatsächlichen Sieger zu küren und damit zu klären, welches Gerät man sich eher kaufen sollte. Der Voyage ist in den meisten Situationen einfach besser: Die zusätzlichen Sensortasten sorgen für ein wesentlich bequemeres Lesen, dafür ist er auch einen Hauch kompakter. Das Display ist zwar bei beiden Geräten gleich, doch setzt der Paperwhite auf matten Kunststoff, während der Voyage auf mattes Glas zurückgreift und dadurch ein besseres, satteres Schwarz bieten kann. Die Hintergrundbeleuchtung ist bei beiden Modellen manuell einstellbar, der Voyage bietet jedoch zusätzlich noch einen Sensor, der das Licht automatisch regelt. Leider funktioniert dies nicht immer wie gewollt. Dank einer neuen Schriftart und ein paar kleineren Software-Updates punktet der Kindle Paperwhite zumindest in dieser Kategorie. Negativ ist zu erwähnen, dass man beim Paperwhite Standardmodell mit Werbung überhäuft und diese nur gegen einen Aufpreis von 20 Euro deaktivieren kann.

Letztendlich ist der Voyage zwar in fast allen Bereichen ein paar Nuancen besser, doch ist der Preis dementsprechend auch höher. Genau das ist auch der Punkt, weshalb wir keinen klaren Sieger küren können, denn wer nicht den hohen Preis des Voyages zahlen möchte, der ist mit dem Paperwhite absolut gut bedient. Möchte man jedoch ein klareres Schriftbild und eine angenehmere Haltung beim Lesen haben, dann sollte man den Voyage wählen. Grundsätzlich können wir also beide eBook Reader empfehlen.

Technischer Vergleich des Amazon Kindle Paperwhite und des Amazon Kindle Voyage.

Auf den Abbildungen ist links der Kindle Voyage und rechts der Kindle Paperwhite abgebildet.

Weitere Detailinformationen:

Amazon Kindle Paperwhite Test
Amazon Kindle Voyage Test

Kategorie: Allgemein, eBook Reader Vergleich, Kindle Paperwhite, Kindle Voyage
Datum: 17.07.2015