Icarus Illumina im Test

Zu nah an der Sonne oder eine große Überraschung? – der Icarus Illumina im Test

Zahlreiche Hersteller im eBook Reader- und Tablet-Bereich greifen seit jeher nach den Sternen und möchten immer das beste Modell auf dem Markt platzieren. Icarus bringt mit dem Illumina einen neuen eBook Reader heraus, der nicht nur nach den Sternen, sondern vielmehr nach der Sonne greifen möchte. Ob die Kombination aus freiem Android-Betriebssystem und schneller Hardware aufgeht oder ob sich der Illumina die Flügel verbrennen wird, zeigt unser Test.

Klein, kompakt und gut verarbeitet

Icarus Illumina - VerpackungDass Icarus mit dem Illumina nicht nur einen schnellen eBook Reader geschaffen hat, zeigen vor allem das Gehäuse und das verwendete Material. Nach dem Auspacken präsentiert sich der kleine Illumina von seiner schönsten Seite. Die Farbe ist mit Schwarz schön schlicht gewählt. Das Gehäuse kann zudem mit einer speziellen Gummierung überzeugen, wodurch der eBook Reader unglaublich griffig und stabil in der Hand liegt. Auch die einzelnen Knöpfe und Anschlüsse wurden vom Hersteller einwandfrei platziert und weisen keinerlei unschöne oder störende Spaltmaße auf. Einzig und allein der Power-Knopf könnte eher auf der Oberseite oder am Rand platziert sein, als an der unteren Kante, doch ist dies auch Geschmackssache. Anstatt mit dem Zeigefinger startet man das Gerät demnach mit dem Daumen. Mit 197 Gramm und einer maximalen Dicke von 0,9 Zentimetern ist der Illumina nicht der Leichteste und auch nicht der Flachste. Hier konnten unter anderem der Tolino Vision, der PocketBook Ultra oder der Kobo Aura mit besseren Werten überzeugen.

Gute Komponenten aber langsame Reaktionen

Icarus Illumina - FrontansichtDas Herzstück des Illumina ist ein 1 GHz schneller Dual Core Prozessor, der von 512 Megabyte Arbeitsspeicher unterstützt wird. Gespeichert werden die einzelnen Dateien auf einem 4 Gigabyte Flash-Speicher, der sich dank MicroSD-Karten auf 32 Gigabyte erweitern lässt. Trotz des, auf dem Papier, schnellen Prozessors arbeitet der Illumina äußerst träge und zeigt auch deutliche Ghosting-Effekte. Das Blättern in Büchern funktioniert zwar schnell und ohne großartige Reaktionsschwächen, doch im Menü und besonders in Apps kommt der eBook Reader schnell ins Straucheln. So reagierte der Illumina manchmal nicht auf die erste Eingabe oder benötigte einige Bedenk-Sekunden, bevor eine App geöffnet wurde. Während des Tests hat sich der Illumina auch einmal komplett aufgehängt und reagierte nicht einmal mehr auf den Power-Knopf. Erst nach einem kurzen Anstecken des Power-Kabels startete sich das Gerät neu und der eBook Reader war wieder funktionstüchtig. Der Akku war währenddessen vollständig geladen. Weiterhin mussten wir im Test feststellen, dass sich Apps öffneten, ohne dass wir Einfluss darauf nahmen. So öffnete sich die Kobo-App nach dem Betätigen des „App-Buttons“ automatisch.

Nicht nur die allgemeine Performance lässt etwas zu wünschen übrig, auch das Display macht nicht die beste Figur. Es löst mit 1024x768 Pixel auf und bietet eine abschaltbare Beleuchtung. Im unteren Bereich des Displays sind sehr starke Lichthöfe erkennbar, die vor allem im Dunkeln störend wirken. Zudem erscheint die Schrift und auch Grafiken etwas unscharf und ausgewaschen. Auch hier machen die Mitbewerber wie z.B. Tolino oder auch Amazon eine bessere Figur.

Viele Funktionen und umfangreiche Ausstattung

Icarus Illumina - FrontansichtAuftrumpfen kann der Illumina aus dem Hause Icarus im Bereich seiner Ausstattung, denn hier kann der eBook Reader mit Android 4.2.2 auf eine Vielzahl von Apps und Programmen zurückgreifen. So steht dem Anwender von Anfang an ein Mailprogramm zur Verfügung, über das man Mails und Nachrichten empfangen kann. Neben dem typischen Standardbrowser von Android ist auch Opera Mini bereits vorinstalliert und bietet neben einer besseren Übersicht auch schnellere Ladezeiten. Wer keine englischsprachigen Bücher liest, der freut sich über ein Wörterbuch, auf das man auch direkt im Buch Zugriff hat. Durch langes Antippen eines unbekannten Wortes, erscheint ein Menü, über das das Wörterbuch ausgewählt wird. Wie von Android bekannt, steht zusätzlich ein Download- sowie Datei-Manager zur Verfügung, mit dem man nicht nur heruntergeladene Bücher, sondern auch Programme und Bilder verwalten kann. Die aktuelle Testversion des Illumina verfügte zum Testzeitpunkt noch nicht über den bekannten Google-Store. Dieser wird ab September 2014 auf allen Geräten installiert und mit dem Gerät ausgeliefert. Kunden, die davor ein Modell gekauft haben, können den Store auf der Seite http://www.icarusreader.com/appstore.html herunterladen und auf ihrem Gerät nutzen.

Ist der Illumina nicht der Schnellste oder der Fehlerfreiste, so spielt er seine Karten geschickt im Umgang mit Dateiformen aus. Neben PDF und RTF kann der kleine eBook Reader noch EPUB, FB2 oder MOBI-Dateien lesen. Zusätzlich installierte der Hersteller noch eine Kindle- sowie eine Kobo-App auf dem Gerät, sodass man sich mit seinen vorherigen Konten problemlos anmelden kann. Alle gekauften Bücher dieser beiden Shops stehen dann auch auf dem Illumina zur Verfügung.

Fazit

Sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen, ist nicht immer einfach, doch versucht es der Illumina auf ganzer Linie. Die Hardware ist gut gewählt, die Verarbeitung hochwertig und das Betriebssystem ist mit Android 4.2.2 ein richtiger Schritt Richtung Zukunft. Doch möchte der Illumina von Icarus einfach zu viel und fliegt auch in diesem Fall zu nah an die Sonne. Für einen aktuellen Preis von rund 135 Euro verbrennt sich der kleine eBook Reader massiv die Flügel, denn die Fehler und die Arbeitsperformance liegen ganz klar weit unter der eines Tolino Vision oder eines Kindle Paperwhite. Wenn der Hersteller den Preis noch einmal überdenkt und die ganzen Fehler ausmerzt, könnte aus dem Illumina allerdings ein ernstzunehmender Konkurrent werden.

Weitere Detailinformationen:

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Kategorie: Testbericht, Icarus, Illumina
Datum: 28.08.2014
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