Großes 7,8 Zoll PocketBook InkPad 3 im Test

Langerwarteter Nachfolger mit aktueller Technik

Mit dem InkPad 2 ging PocketBook damals noch ungewöhnliche Wege und hatte im 8 Zoll Bereich lange die Nase vorn. Die größeren eReader wurden dank PocketBook sehr beliebt, kämpfen aber seitdem im Gegensatz zu ihren 5 6 Zoll Brüdern mit dem Problem der Handlichkeit und dem Gewicht.

Inzwischen haben auch andere Anbieter 8 Zoll Geräte im Angebot und sind technisch am bereits Ende 2016 auf den Markt gekommenen InkPad 2 vorbeigezogen. Mit der Neuauflage will PocketBook nun an den damaligen Erfolg anknüpfen und dem Tolino Epos und Kobo Aura ONE die Stirn bieten. Letztendlich ist dies oft nur eine Frage des Geschmacks, da es aktuell nur wenig herausragende Features gibt, aber dazu später mehr.

Design und Haptik

Schon beim Auspacken fällt auf wie leicht der eReader tatsächlich ist. Bei einem Gerät mit 7,8 Zoll Display und Abmessungen von 195 x 136,5 mm erwartet man auf den ersten Blick etwas anderes. Aber das nur 8 mm dünne InkPad 3 bringt gerade einmal 210 Gramm auf die Waage. Dies ist beinahe ein Drittel weniger als beim Vorgänger dem InkPad 2. Eine entscheidende Veränderung ist zudem die inzwischen typische PocketBook Anordnung der Blättertasten an der unteren Seite des Gerätes. Dadurch wird der eReader um mehr als zwei Zentimeter schmaler. In der Höhe ist er trotz der neuen Anordnung der Bedienelemente aber nahezu gleich geblieben. Dies beruht auf der deutlich schmaleren Randeinfassung des Gerätes, die nun nur noch etwa ein Zentimeter beträgt und sich auch nicht mehr so deutlich vom Display abhebt wie bei anderen PocketBook Geräten. Durch den dezenten Rand wird die Vorderseite hauptsächlich durch das Display geprägt, weshalb das InkPad 3 nicht wirklich groß erscheint.

Powerknopf, micro SD Slot und micro USB Anschluss befinden sich alle an der Unterkante des Gerätes. Der Powerknopf ist gleichzeitig eine LED über die anzeigt wird, ob der eReader gerade arbeitet oder auf etwas zugreift. Generell sind die Haptik und Druckpunkte der Bedienknöpfe recht gut und lassen sich auch im Dunklen gut ertasten. Über einen 3,5 mm Klinkenanschluss verfügt das Gerät nicht mehr. Dafür liegt dem InkPad 3 neben dem USB Ladekabel noch ein Audioadapter bei um dennoch Kopfhörer oder Lautsprecher anschließen zu können. Ansonsten liegt im Pappschuber nur die Schnellstartanleitung, die Garantiekarte und der Schutzhinweis fürs E Ink Display bei. Wie bei eReadern gewohnt liefert auch PocketBook kein Netzteil mit. Da in jedem Haushalt vermutlich aber mehr als genug USB Netzteile vorhanden sind und auch das Aufladen am Rechner problemlos funktioniert, ist das InkPad 3 schnell wieder einsatzbereit.

Alles in Allem macht der im dunkelbraunen Kunststoff gehaltene eReader einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Rahmen und Einfassungen der Bedienelemente sind alle sehr akkurat und gleichmäßig ausgeführt. Hier erkennt man zum Vorgänger deutliche Verbesserungen und auch aufgrund des abgespeckten Gewichts liegt das InkPad 3 deutlich besser in der Hand.

Hier ein Vergleich zwischen dem PocketBook Inkpad 2 und dem PocketBook Inkpad 3.

Neue Hardware und technische Spezifikationen

Insbesondere beim Display hat PocketBook nachgelegt und zieht nun mit den anderen großen Anbietern gleich. Wie auch in den meisten aktuellen eReadern kommt nun ein E Ink Carta Display beim InkPad 3 zum Einsatz. Der von sich aus hellere Hintergrund dieser Displayart erzeugt einen besseren Kontrast und liefert somit ein klareres Schriftbild. Das mit 7,8 Zoll nur minimal kleiner als sein Vorgänger ausfallende Display ist zudem hochauflösender und verfügt bei 300 ppi nun über 1.872 x 1.404 Pixel. Zudem wurde nun auch das InkPad 3 mit der SMARTlight Funktion ausgestattet. Dies schont die Augen in den dunkleren Abendstunden indem die Hintergrundbeleuchtung ins leicht orangene übergeht. Hierfür werden zeitabhängig zu den weißen LED’s zusätzlich weitere orangene hinzugeschaltet. Eine Sensorik für die Automatik wurde nicht integriert, es ist aber möglich in den persönlichen Einstellungen sowohl die SMARTlight- als auch die Helligkeitseinstellungen je nach Tageszeit selber festzulegen. Für weitere Bequemlichkeit beim Lesen von eBooks sorgt das Gyroskop welches automatisch je nach Lage des InkPad 3 die Leseausrichtung passen darstellt.

Hinweis: Display des PocketBook InkPad 3 links mit deaktivierten SMARTlight und recht mit aktivierten SMARTlight

Aber auch die restliche Hardware wurde aufgewertet. Neben einem 1 GHz Dual Core Prozessor verfügt das InkPad 3 nun auch über 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB internen Speicher. Die im Gegensatz zum Vorgänger deutlich aufgewertete Ausstattung bringt zudem die bereits vorbenannte deutlich spürbare Gewichtsreduzierung mit sich. Auch durch die smartere Beleuchtung und den reduzierten Verbrauch im Standby konnte beim Akku (trotz ähnlicher Leistungsdauer) Gewicht gespart werden. So kann man mit dem eReader je nach Nutzungsart immer noch einen Monat seinem Lesehobby nachkommen. Mit dem verfügbaren etwa 6,5 GB großen internen Speicher ist man also auch auf längeren Trips unabhängig genug. Wenn man aber noch Musik mitnehmen will, kann dies eventuell nicht mehr reichen. Hierfür können mittels microSD Slot bis zu 32 GB zusätzlich eingebunden werden.

Neben einem W LAN Modul verfügt das InkPad 3 über keine weitere drahtlose Konnektivität. Aufgrund der später noch beschriebenen Funktionsvielfalt im Bereich Audio wäre eine Bluetooth Verbindung ein nettes Gimmick gewesen. Die Verbindung mittels Adapter ist teilweise je nach Ausrichtung des eReaders etwas störend und man muss immer darauf achten wo sich der Anschluss befindet wenn man es sich bequem macht.

Softwareoptionen und Anpassungsmöglichkeiten

Wie von PocketBook gewohnt sind die Anpassungsmöglichkeiten und die Vielfalt des offenen Systems hervorragend. So befinden auf dem eReader eine Vielzahl von vorinstallierten Programmen und Tools. Dazu gehören unter anderem ein WEB Browser, eine Galerie, ein RSS-Feed Betrachter, ein Taschenrechner und einige Spiele. In wie weit man diese über das Lesen hinausgehende Funktionen tatsächlich benötigt, bleibt jedem selber überlassen. Die Grundfunktionen wie die Bibliothek und deren Möglichkeiten zur Filterung, Anzeige, Sortierung und zusätzlichen Informationen sind jedoch für viele Nutzer tatsächlich wichtig und beim InkPad 3 sehr gut gelöst. So lassen sich Sammlungen und Ordnerstrukturen zur eigenen Übersichtlichkeit angelegen oder Bücher mittels Favoriten kennzeichnen. Dies ist insbesondere für Vielleser ein wichtiges Kriterium um sich auch bei größeren Büchersammlungen schnell und einfach zurecht zu finden.

Wirklich nettes Feature ist die mp3 Wiedergabe die es ermöglicht Hörbücher abzuspielen oder Musik zu hören. Über einen separaten Audioplayer kann auf die Dateien zugegriffen werden. So kann man auch parallel beim Lesen eines eBooks auf dem InkPad 3 Musik hören und sich berieseln lassen.

Der eReader bietet unzählige Einstell- und Gestaltungsmöglichkeiten. Die vielen Optionen zur Darstellung und Steuerung des eReaders lassen sich zudem einem Profil zuordnen, sodass jeder Nutzer seine eigenen Vorlieben schnell aufrufen kann und den InkPad 3 nach seinen eigenen Lesevorlieben optimieren kann. Aber auch ohne viele Einstellungen vorzunehmen ist der Lesespaß mit dem eReader garantiert. Das anfänglich ab und zu träge Verhalten war nach dem schnell nachgeschobenen Update nicht mehr vorhanden, sodass aufgrund der aktuellen Hardware alles recht flüssig und zügig funktioniert.

Der Lesemodus selbst bietet neben der Anpassung des Schriftgrades, der Schriftart und der Ausrichtung sowie weiterer Optionen auch aus dem eBook heraus direkten Zugriff auf einige Features. So kann direkt im Wörterbuch nachgeschlagen, eine Internetrecherche gestartet, Notizen hinzugefügt oder eine Textpassage mittels Social Media geteilt werden.

Vor- und Nachteile PocketBook InkPad 3

Vorteile: Nachteile:
  • leichtes und gut handhabbares Gerät trotz der Displaygröße von 7,8 Zoll
  • gleichmäßige Displayausleuchtung und Beleuchtungsautomatik
  • Speicher mittels microSD-Karte um 32 GB erweiterbar
  • übersichtliche Bibliothek mit vielen Features
  • Bücher drahtlos mittels Dropbox, PocketBook Cloud, Send-to-PocketBook übertragen
  • zusätzliche Tools und Spiele vorinstalliert
  • Audioausgang nur mittels Adapter

Fazit des Testberichtes

Der PocketBook InkPad 3 liefert ein sehr gutes Display und ist selbst bei der Größe dennoch gut zu Händeln und ein wirkliches Leichtgewicht. Auf dem großen Display können selbst PDF Dateien gut dargestellt werden. Zudem sind Reaktionszeiten und die Steuerung gut und bieten ein angenehmes Lesevergnügen. Durch die vielen umfangreichen Tools und die Wiedergabe von mp3’s wird das Gesamtbild abgerundet.

Der von PocketBook für das InkPad 3 gewählte Slogan „Extra smart im Großformat“ trifft es tatsächlich sehr gut. Die günstige Alternative mit dem offenen System wird viele Neulinge begeistern und auch die bisherigen Nutzer durch die aktualisierte Hardware und verbesserten Funktionen glücklich machen.

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Kategorie: Testbericht, PocketBook, InkPad 3
Datum: 19.03.2018