Amazon Kindle Paperwhite im Test

Der neue Kindle Paperwhite – ein scharfes Display für unterwegs

Amazon bringt mit dem Kindle Paperwhite 3 eine neue Version des beliebten eReaders auf den Markt, der mit einer hohen Auflösung überzeugen möchte und sich technisch im Vergleich zum Vorgänger weiterentwickelt hat. Die Schrift ist nicht nur deutlich klarer zu erkennen, sondern wird zudem mit einer neuen Schriftart interessanter gestaltet. Vor allem die neue Software soll laut Hersteller Funktionen bieten, die das Lesen an sich noch stärker in den Vordergrund rücken. Ob all diese Versprechungen auch umgesetzt wurden und wie sich der eReader im täglichen Leben verhält, zeigen wir in unserem Test.

Schlank und schick, jedoch anfällig für Abdrücke

Kindle Paperwhite mit Verpackung.Nachdem man die Verpackung geöffnet hat, fällt zunächst einmal das Gerät selbst ins Auge, denn der Kindle Paperwhite liegt gleich oben auf. Zum weiteren Lieferumfang gehören außerdem ein kleines Heft mit Informationen zur Garantie, eine sehr kurze Gebrauchsanweisung in unterschiedlichen Sprachen und ein microUSB-Kabel zum Aufladen am Computer oder einem entsprechenden Adapter. Das Design ist klassisch-schick und bis auf das Display ist der eReader komplett schwarz gehalten. Das Gehäuse kann jedoch nicht ganz überzeugen: Zwar wurden die Ecken abgerundet und das spezielle SoftTouch-Material erfüllt den angedachten Zweck, doch fällt die Rückseite negativ auf, da diese recht glatt ist und dadurch nicht ganz griffig in der Hand liegt. Außerdem zieht sie Fingerabdrücke geradezu an, wodurch unschöne Flecken gerade an wärmeren Tagen unvermeidbar sind. Das Material fühlt sich recht angenehm an, zusätzliche Buttons sucht man allerdings vergeblich. Auf der Unterseite ist lediglich ein Eingang für das Ladekabel sowie der An-/Ausschalter zu finden, welcher sich problemlos betätigen lässt. Was weiterhin fehlt ist ein wasserdichtes Gehäuse, sodass man bei der Nutzung am Strand, Pool oder ähnlichem vorsichtig agieren sollte.

Technischer Stillstand und kaum neue Ausstattung

Startpage des Kindle Paperwhite.Wirft man einen Blick auf die verwendete Ausstattung des Kindle Paperwhite 3, so stellt man fest, dass sich im Vergleich zum Vorgänger kaum etwas geändert hat. Die Gerätemaße sind weiterhin 169 x 117 x 9,1 Millimeter und wie gehabt wird der E-Book Reader über den Touchscreen gesteuert. Ebenfalls nicht geändert hat sich die UMTS-Nutzung: Wer das entsprechende Modell bestellt hat, bekommt eine dauerhafte Datenflatrate, wodurch man auch unterwegs das mobile Netz nutzen kann. Wie gehabt werden zu den Daten des internen Speichers und der Akku-Nutzung nur recht grobe Angaben gemacht: So kann man laut Herstellerangaben zwar tausende Bücher speichern und bis zu acht Wochen lesen, ohne dass der Akku aufgeladen werden muss, doch harte Zahlen findet man nicht. Mit einem Gewicht von 205 Gramm in der normalen WLAN-Version und 217 Gramm in der 3G-Version wurde das Gesamtgewicht im Vergleich zu den Vorgängermodellen etwas erhöht, was positiv auffällt. Neu ist die Software des Gerätes, die komplett überarbeitet wurde und dem Nutzer vollkommen neuen Komfort bieten will. So wurde extra eine neue Schriftart von Amazon entworfen, die sich „Bookerly“ nennt und das Lesen noch angenehmer gestalten soll. Ebenfalls frisch aus der Entwicklung ist das Schriftsatzsystem, mit dem Texte genauso angezeigt werden, wie dies vom Publisher beziehungsweise Autor gewollt ist. Diese neuen Funktionen sind zwar sinnvoll, doch einen wirklich großen Unterschied zum Vorgängermodell sieht man nur, wenn man bewusst darauf achtet.

Ein neues scharfes Display, das überzeugt

Der Kindle Paperwhite mit scharfer Schrift.Neben der Software wurde vor allem das Display überarbeitet und der Kindle Paperwhite 3 bietet nun 300 ppi. Die Displaygröße von sechs Zoll (15cm) ist unverändert, doch wenn man einen direkten Vergleich zum Vorgängermodell anstellt, dann fällt die zusätzliche Schärfe definitiv auf, denn der Vorgänger konnte lediglich mit 212 ppi aufwarten. Eine der besten Eigenschaften der Amazon-eReader ist die integrierte Hintergrundbeleuchtung, die auch beim neuen Modell nicht fehlt. Insgesamt 24 verschiedene Lichtstufen können manuell eingestellt werden, einen automatischen Sensor gibt es jedoch beim Paperwhite nicht. Je nach Lichtverhältnis werden zudem Lichtstufen empfohlen, doch die Vorschläge für dunkle Räume dürften nicht jedem passen: Die niedrigsten Stufen sind zu dunkel, wenn man sich in einem sehr dunklen Raum befindet. Probiert man die unterschiedlichen Möglichkeiten aus, findet man jedoch innerhalb weniger Sekunden eine passende Einstellung.

Eine einfache und intuitive Handhabung, die keine Erklärungen braucht

Absolut überzeugen kann der neue Kindle Paperwhite in der Handhabung, die nicht nur wirklich kinderleicht ist, sondern mit vielen Funktionen überzeugt. Der Amazon-Shop bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Büchern, Zusatzfunktionen wie Wörterbuch oder Notizen sind schnell über das entsprechende Symbol ausgewählt und wenn man bereits einen Account besitzt, kann man diesen durch ein paar einfache Schritte synchronisieren. Die Reaktionszeit des Touchscreen ist hervorragend und selbst den Vergleich mit teureren Konkurrenzmodellen muss das Gerät in diesem Bereich nicht scheuen – jede Aktion wird sofort umgesetzt. Relativ nervend ist jedoch die Werbung, die erscheint, wenn man lediglich das Standardmodell besitzt: Amazon bezeichnet diese als „Spezialangebote“ und wer diese loswerden möchte, der muss zusätzlich 20 Euro bezahlen. Wer das nicht möchte, muss sich damit abfinden, dass man mit Werbeeinblendungen überflutet wird und die sonst schönen Bildschirmschoner ebenfalls ersetzt werden.

Fazit des Amazon Kindle Paperwhite Test

Wirklich viel hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert: Der Wechsel von 212 auf 300 ppi bietet einen großen Schritt zu einem besseren Display und die neuen Funktionen sehen ganz schick aus. Allerdings fallen die Neuerungen nur auf, wenn man speziell darauf achtet - auch die neue Schriftart bietet nicht wesentlich mehr Komfort als die Version des Vorgängermodells. Dafür überzeugt die Software durch eine kinderleichte Bedienung und der Touchscreen bietet eine nahezu sofortige Umsetzung der Berührungen. Wie immer ist der Amazon-Shop ein absolutes Plus, denn die Auswahl an unterschiedlichen Büchern ist riesig: Das Kaufen neuer Werke ist innerhalb von wenigen Sekunden erledigt. Die Hintergrundbeleuchtung ist absolut spitze, allerdings sollte man sich nicht auf die Vorschläge verlassen, die am manuellen Regler gegeben werden - in dunklen Räumen sind die niedrigen Stufen etwas zu dunkel. Das vielleicht größte Ärgernis ist die Werbung, die von Amazon angezeigt wird, wenn man lediglich das Standardmodell besitzt. Vergleicht man den neuen Kindle Paperwhite mit dem merklich teureren Kindle Voyage, so bleibt festzuhalten, dass der Voyage eleganter ist und mit mehr technischen Raffinessen ausgestattet wurde. Dafür ist der Paperwhite natürlich preiswerter, sodass man sich hier fragen muss, was man von einem eReader erwartet. Für den Preis ist die Leistung absolut in Ordnung, sodass wir ohne Bedenken eine Kaufempfehlung aussprechen können, wenn man auf ein paar Kleinigkeiten verzichten kann.

Weitere Detailinformationen:

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Kategorie: Testbericht, Amazon, Kindle Paperwhite
Datum: 17.07.2015
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